“Grüne Braune” – Wenn Rechtsextreme von Naturschutz reden

Völkische und rechtsextreme Bewegungen im Natur- und Umweltschutz

Wochenendseminar vom 09.-11. Dezember 2022, organisiert von den Bündnisunterstützer*in Ökodorf Sieben Linden, in Kooperation mit KURVE Wustrow (www.kurvewustrow.org) und FARN (Fachstelle für Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz, www.nf-farn.de).

Entgegen der allgemeinen Wahrnehmung sind Umweltpolitik und ökologisches Denken nicht nur mit toleranten Lebensweisen und einem emanzipatorischen Demokratieverständnis verbunden: Rechte Akteur*innen engagieren sich für den „Heimatschutz“, belegen Kurse für Permakultur, wehren sich gegen atomkraft und Gentechnik und gründen eigene Ökodörfer. Und nun?

Die Grenzen zwischen den politischen Lagern verschwimmen bei näherer Betrachtung deutlich: Viele Forderungen der „grünen Braunen“ decken sich oberflächlich mit denen von Naturschutzorganisationen oder Ökodorfinitiativen. Dies ermöglicht rechtsextremen Akteur*innen zum einen Sprungbretter in solche Bewegungen oder bietet ihnen zumindest unverdächtige Anschlusspunkte zur Mitgliederwerbung oder zur schleichenden Verbreitung ihres Gedankengutes. Darüber hinaus ist und war die Natur stets ein konsequenter Grundpfeiler faschistischer Ideologien.

Das Wochenende bietet einen kritischen Einführungsworkshop in moderne und historische Verknüpfungen des deutschen Naturschutzes mit extrem rechten Ideologien und eröffnet aktuelle Einsichten und Informationen zur Bedeutung der Natur bei den sogenannten „Neuen Rechten“ und modernen völkischen Strömungen.

Das Seminar versetzt die Teilnehmer*innen in die Lage, demokratiefeindliche und menschenverachtende Ideologien und Akteur*innen im Bereich Natur- und Umweltschutz zu identifizieren, bietet Methoden von Argumentationstrainings gegen rechts und schließt mit Raum für persönliche Reflexion und Standortbestimmung ab.

Hör gern rein in den die Ökodorf-Podcast-Folge mit Jonas Duhme zur Thema “Braune Ökodörfer”?

Weitere Informationen und Anmeldung hier: Grüne Braune – Wenn Rechtsextreme von Naturschutz reden

Antisemitismus und ich – Solidarität mit Juden_Jüdinnen

Neuer Termin: 27. November 2022, Online

Zeiten: Sonntag, 10:00-17:00 Uhr

Im Rahmen des Projekts „Antisemitismus entschieden entgegentreten“ haben wir Anfang März 2022 einen Workshop organisiert, in dem es um Hintergründe und Spielarten des Antisemitismus ging und auch um theoretische Konzepte und verschiedene Definitionen von Antisemitismus. Dieser zweite Workshop verändert die Perspektive: wir wollen uns vertieft mit Solidarität mit jüdischen Menschen auseinandersetzen.

Wir werden uns fragen, was dies im Kontext von Antisemitismus bedeutet und die gelebte Erfahrung jüdischer Menschen neben die theoretischen Konzepte stellen. So wollen wir ausgehend von Selbstreflexion und -kritik die Basis für gemeinsame politische Kämpfe ausbauen – denn in unseren Zusammenhängen geht es weniger um Antisemitismus als theoretisches Konzept, sondern um die gelebte antisemitsiche Erfahrung von realen Menschen, die auch Teil sozialer Bewegungen sind.

In diesem Workshop hören wir jüdischen Menschen zu und lernen ihre Perspektiven kennen. Als nicht-jüdische hinterfragen wir unsere Privilegien und wandeln sie in Verantwortung um. Dadurch geht es nicht mehr nur um den Kampf gegen Antisemitismus, sondern auch um das Miteinander und die Beziehung, um Selbstkritik und Solidarität.

Der Workshop ist offen für alle Menschen, die sich mit diesen Fragen auseinandersetzen und sich dazu austauschen möchten. Er wird am 27.11.2022 Online stattfinden und von Nui* geleitet. Die Teilnahme ist kostenlos.

Anmeldung bitte bis 11.11.2022 an: info@buendnisgegenrechtswendmark.de

*Nui ist eine askenazi jüdische, genderqueere, behinderte und anarchistische Stimme, wohnt in Deutschland, ist Teil des Bildungskollektivs radikal_juedisch und in verschiedenen abolitionistischen Kämpfen involviert. Nui s Themen sind unter anderem Transformative Gerechtigkeit, Klimagerechtigkeit, Tierbefreiung und Katzen.

Hinweise zur Durchführung der Veranstaltung:

Die Veranstaltung findet online statt.

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, die Teilnahme an der Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Argumentationstraining “Aufstehen gegen Rassismus” am 23.10.2022

Rechte Parolen und Verschwörungserzählungen in die Schranken weisen

Rechten Parolen, sogenannter gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und zunehmend auch Verschwörungserzählungen begegnen wir an der Bushaltestelle, in der Schlange an der Ladenkasse, in Wartezimmern, im familiären Umfeld oder in anderen Situationen: Widerspruch erfordert häufig Schlagfertigkeit.

Am Sonntag, 23.10.2022 werden wir uns von 10-17:00 Uhr in Übungen, Diskussionen und beim Erfahrungsaustausch mehr Sicherheit für couragiertes Handeln gegen Rassismus, Antisemitismus und andere menschenverachtende Äußerungen erarbeiten. Gleichzeitig wollen wir Gelegenheiten, in denen Gespräche mit einander möglich scheinen, erkennen und nutzen.

Die Trainings „Aufstehen gegen Rassismus – effektiv auf rechte Parolen antworten!“ sind angelehnt an die Stammtischkämpfer*innen-Ausbildung des Netzwerk „Aufstehen gegen Rassismus“. Wir haben es um unsere eigenen Erfahrungen ergänzt und inhaltlich erweitert.

Dieses Training wird in Kooperation mit der KURVE Wustrow durchgeführt. Weitere Informationen zu Inhalten und Anmeldung sind hier zu finden.

20.03.: Argumentationstraining im Umgang mit rechten Parolen & Verschwörungserzählungen

Zum Internationalen Tag gegen Rassismus bieten wir in Kooperation mit der KURVE Wustrow ein Argumentationstraining an, in dem es darum geht, Strategien im Umgang mit rechten Parolen und Verschwörungserzählungen zu entwickeln.

Rechten Parolen, sogenannter gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und zunehmend auch Verschwörungserzählungen begegnen wir an der Bushaltestelle, in der Schlange an der Ladenkasse, in Wartezimmern, im familiären Umfeld oder in anderen Situationen: Widerspruch erfordert häufig Schlagfertigkeit.

In Übungen, Diskussionen und dem Erfahrungsaustausch erarbeiten wir uns mehr Sicherheit für couragiertes Handeln gegen Rassismus, Antisemitismus und andere menschenverachtende Äußerungen. Gleichzeitig wollen wir Gelegenheiten, in denen Gespräche mit einander möglich scheinen, erkennen und nutzen.

Die Ziele des Trainings sind:

  • Rechte Parolen entlarven und ihnen begegnen können
  • Eigene Ressourcen entdecken
  • Handlungssicherheit in schwierigen Situationen gewinnen
  • Gesprächskompetenz stärken

Die Trainings „Aufstehen gegen Rassismus – effektiv auf rechte Parolen antworten!“ sind angelehnt an die Stammtischkämpfer*innen-Ausbildung des Netzwerk „Aufstehen gegen Rassismus“. Wir haben es um unsere eigenen Erfahrungen ergänzt und inhaltlich erweitert.

Dieses Training richtet sich an alle, die z.B. verstehen möchten, in welchen Situationen welche Art der Kommunikation angemessen ist, die ihre Schlagfertigkeit trainieren wollen oder die Situationen beispielhaft durchspielen und dadurch ihre Handlungssicherheit erhöhen möchten.

Ablauf und Inhalte:

  • Einführung
  • Austauschen eigener Erfahrungen
  • Argumentationsübung
  • Argumentationsstrategien und -muster erforschen
  • Haltung und Rolle reflektieren
  • Rollenspiel
  • Abschluss

Im Ablauf ist eine gemeinsame Mittagspause eingeplant.

Kosten:

Die Teilnahme am Workshop ist kostenlos. Für die entstehenden Ausgaben bitten wir um eine Spende (Spendenempfehlung: 20–45 Euro).

Anmeldung:

Bitte zeitnah (bis spätestens 11.03.2022) unter aufstehengegenrassismus(at)kurvewustrow.org

Ort und Zeiten:

Der Veranstaltungsort ist im Wendland und wird nach Anmeldung mitgeteilt.

Der Workshop findet von 10:30 Uhr bis 17:30 Uhr statt.

Workshop: Hintergründe und Dimensionen des Antisemitismus

Zwei Termine: 05.-06.03.2022 und voraussichtlich Juni 2022

Anders als häufig angenommen stellt Antisemitismus kein Phänomen der Vergangenheit dar, sondern ist noch immer fester Bestandteil der deutschen Gesellschaft. In den vergangenen Jahren wurden insbesondere antisemitische Verschwörungsmythen, welche die Corona-Pandemie als das Ergebnis einer bewusst gesteuerten heimlichen Absprache einiger Weniger deuteten, populär. Aber auch anlässlich militärischer Auseinandersetzungen in Israel und den palästinensischen Gebieten kommt es immer wieder zu massiven antisemitischen Ausschreitungen. Nicht zuletzt der Terroranschlag an Jom Kippur 2019 in Halle hat einmal mehr gezeigt, dass Antisemitismus auch immer wieder der Legitimation tödlicher Gewalt dient. Dabei finden sich antisemitische Argumentationen nicht ausschließlich in Rechten Spektren wider, sondern reichen quer durch alle gesellschaftlichen Milieus von der sog. „bürgerlichen Mitte“ über linksradikale und religiös fundamentalistische Zusammenhänge. Dieser Zustand verunsichert politisch Aktive sowie Zivilgesellschaft gleichermaßen und erschweren einen handlungssicheren Umgang mit antisemitischen Phänomenen.

Was genau ist eigentlich Antisemitismus? Welche Spielarten hat Antisemitismus und warum ist Antisemitismus ein so attraktives Deutungsangebot quer durch alle gesellschaftlichen Milieus? Wieso sprechen wir von Antisemitismus als „Alltagsreligion“, welche mit der bürgerlichen Gesellschaft verwoben ist? Wie lassen sich antisemitische Verschwörungsmythen von einem Unbehagen gegenüber massiven staatlichen Eingriffen in individuelle Freiheiten abgrenzen? Und wie können wir angesichts immer lauter geäußerter antisemitischer Stereotype gegen diese aktiv werden?

Am 05.-06.03.2022 sowie im Juni 2022 möchten wir uns dieser Thematik methodisch und interaktiv nähern, um gemeinsam den verschiedenen Dimensionen des Antisemitismus und dessen gesellschaftlichen Funktionen auf den Grund zu gehen. Der Workshop richtet sich in erster Linie an alle Interessierten ohne/mit wenigen Vorkenntnissen, an beiden Terminen werden dieselben Inhalte vermittelt.

Alle Infos:

  • Workshop am 05.-06.03.2022 (Termin im Juni folgt)
  • Zeiten: Samstag, 10-17 Uhr und Sonntag, 10-15 Uhr
  • Ort: wird nach Anmeldung mitgeteilt
  • Anmeldung bitte per Mail an NS-Zwangsarbeit-ausstellung@riseup.net

Ein Projekt von Arbeitskreis NS-Zwangsarbeit und Bündnis gegen Rechts Wendland / Altmark.

https://nds.rosalux.de/fileadmin/ls_ni/dokumente/RLS-Nds_Formulare/Logo_RLSNDS.jpg
In Kooperation mit der Rosa-
Luxemburg-
Stiftung
Niedersachsen
Gefördert durch die Amadeu Antonio Stiftung

Hinweise zur Durchführung aller Veranstaltungen:

Die Veranstaltungen werden unter Berücksichtigung der jeweils geltenden Pandemie-Auflagen durchgeführt. Diese werden kurz vorher bekanntgegeben – bitte auch selbständig informieren!

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

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